Landesjugendvergleichsfliegen
Berlin & Brandenburg 2017

Ausführungsbestimmungen



Allgemeine Hinweise

 

1.1.            

Der Ausrichter / Platzhalter hat für ein ausreichendes Briefing Sorge zu tragen und besondere Verhaltensweisen am Platz sowohl den Piloten als auch der Jury, dem Veranstalter und den Mannschaften mitzuteilen.

1.2.

Es sind lediglich Flugzeuge der Club- und Standardklasse zugelassen.

Doppelsitzige Flugzeuge dürfen nur einsitzig geflogen werden.

 

1.3.           

Jeder Teilnehmer/ jede Teilnehmerin soll vor Beginn der Wertungsflüge einen Einweisungsstart durchführen. Bei flugplatzansässigen Piloten/-innen kann darauf verzichtet werden.

 

1.4.            

Um die Durchführung des Briefings vor dem ersten Wertungsflug zu erleichtern, sollte zwischen dem letzten Einweisungsflug und dem ersten Wertungsflug nicht geflogen werden. Übungsflüge, über den Einweisungsstart hinaus, können in Absprache mit dem Ausrichter durchgeführt werden, wenn hierdurch der zeitliche Ablauf des Wettbewerbs nicht beeinträchtigt wird.

 

1.5.           

Über die Reihenfolge der Wertungsflüge entscheidet der Ausrichter.

 

1.6             

Zu Beginn der Veranstaltung wählen die Teilnehmer zwei

Pilotensprecher/- innen (je 1 aus Berlin und Brandenburg), die bei eventuellen Einsprüchen oder wichtigen Entscheidungen als Sprecher/ - in aller Piloten zu hören sind.

1.7            

Das Fliegen/Mitfliegen von Fluglehrern und Fluglehrerassistenten während des Vergleichsfliegens ist nicht gestattet.

 

1.8             

Sieger/- in des Vergleichsfliegens ist der Pilot/ die Pilotin mit den geringsten Minuspunkten.

 


 

 

2.         Beurteilung des fliegerischen Teils - Jury

 

2.1.            

Die Beurteilung wird von 10 Wertungsrichtern in zwei Gruppen vorgenommen, damit zwei Segelflugzeuge unabhängig voneinander beurteilt werden können, wenn es die örtlichen Gegebenheiten zulassen und die Flugsicherheit nicht gefährdet wird, mindestens jedoch wertet eine Gruppe von fünf Wertungsrichtern.

 

2.2.           

Die Wertungsrichter bestehen, wenn möglich, aus Fluglehrern der Vereine und werden entsprechend gleichmäßig aufgeteilt.

 

2.3.           

Teilnehmer/ - innen dürfen nicht von Familienangehörigen bewertet werden.

 

2.4.            

Die Wertungsrichter treffen sich rechtzeitig vor dem fliegerischen Teil zu einem gemeinsamen Abstimmungsbriefing.

 

2.5.           

Punktesammler sammeln während des fliegerischen Teils die vorgegebenen Formulare ein, um Manipulation zu verhindern und eine schnellere Auswertung zu gewährleisten.

 

2.6.            

Teilnehmer/ -innen oder Vertreter der Mannschaft  haben sich von der Jury fernzuhalten.

 

2.7.          

Nach jedem Durchgang wechseln die Wertungsrichter ihre Position (siehe Landefeldskizze).

 

 

 

3.         Wertungsverfahren

 

3.1.          

Vor jedem Durchgang findet ein Teilnehmerbriefing statt.

 

3.2.            

Gestartet wird an der Winde.

3.3.           

Jeder Teilnehmer/ jede Teilnehmerin hat bis zu drei Flüge mit verschiedenen Übungen durchzuführen.

Eine weitere Aufgabe kann ein Kurzfragetest mit maximal 5 Fragen sein (G).

 

3.4.            

Aufteilung eines Wertungsdurchganges auf zwei Wettbewerbstage ist nicht zulässig. Es sollen grundsätzlich mindestens zwei Wertungsdurchgänge durchgeführt werden. Für das Zustandekommen einer Endwertung genügt in witterungsbedingten Ausnahmefällen ein Wertungsdurchgang.

 



4.         Wertungskriterien

 

4.1.            

Die Wertungsrichter sollen die Flüge anhand nachstehender Kriterien bewerten. Die Auflistung dient als Richtlinie. Je nach Gesamteindruck oder hier nicht aufgeführten Fehlern können die Wertungsrichter Abzüge vornehmen. Die Gewichtung der einzelnen Kriterien innerhalb der maximal möglichen Minuspunkte bleibt ihnen vorbehalten.

 

4.2.            

Im Falle gravierender Schwächen oder undisziplinierten Verhaltens können die Wertungsrichter einen Piloten/ eine Pilotin disqualifizieren.

 

1. Flug:

Start (A)

Kreiswechselflug (D)

Seitengleitflug (B)

Ziellandung (C)

2. Flug:

Start (A)

Kreisflug,   eingeleitet mit Überfahrt im Steigflug (E)

 

Ziellandung (C)

3. Flug:

Start (A)

Rollübung (F)

Seitengleitflug (B)

Ziellandung (C)

 

 

 

 

A 1  Windenstart                                           Max. Minuspunkte 15

 

            - Ausbrechen, fehlende Richtungskorrektur, Flügel hängen lassen

            - 'Kavalierstart'

            - Fehlende Richtungskorrektur im Schlepp, Vorhalten

            - Steigfluglage (zu steil / flach)

            - Ausklinken unter Zug, nicht in Normalfluglage, 'Wippen'

 


 

A 2  Flugzeugschlepp                                             Max. Minuspunkte 15

 

            - Ausbrechen beim Anrollen

            - Gefährliches Übersteigen der Schleppmaschine

            - Falsche Höhen- und Richtungskorrektur (Wippen / Pendeln)

            - Fehlerhafter Ausklinkvorgang (z.B. falsches Wegkurven)

 

Zu bedenken ist, dass beim Startvorgang auch Fehler durch die Bodenmannschaft verursacht werden können. Ebenso sind äußere Umstände, wie beispielsweise böiger Seitenwind, bei der Beurteilung zu bedenken. Bei Seilriss ist der Start zu wiederholen.

 

B Seitengleitflug                                           Max. Minuspunkte 10

 

            - Fehlerhaftes Einleiten (z.B. zuerst mit Seitenruder)

            - Fehlender stationärer 'Slip'

            - Mangelhafte Richtungskorrektur

            - Querneigung zu wenig oder zuviel

            - Zu spät beendet (min. 30 m GND = 2 * Spannweite)

            - Kein Seitengleitflug = max. Minuspunkte

 


C  Landung                                                    Max. Minuspunkte 16

 

Das Aufsetzen soll in einer sauberen Zweipunktlage und einem sauberen Abfangvorgang mit Sporn und Rad erfolgen. Schlechte Landeeinteilung oder sehr unschöne Landungen (unruhiger Anflug, Richtungsfehler, Rad- oder „Bums“landungen) können von den Wertungsrichtern mit bis zu 5 zusätzlichen Minuspunkten belegt werden.

Nach dem Ausrollen der Segelflugzeuge ist unmittelbar die Landefläche (Zielfläche) freizumachen (evtl. Vergabe von Strafpunkten bei entsprechender Absprache der Wertungsrichter). Seitliches Hinausrollen ist damit jedoch nicht gemeint.

 

 Für die Ziellandung ist ein Feld mit folgenden Abmessungen herzurichten. Die Grundlinie für Feld 2 (Nullfeld) ist besonders zu kennzeichnen:

 

           

Landebewertung:

            - Aufsetzen in Feld 1                                 =  3 Minuspunkte

            - Aufsetzen in Feld 2                                 =  0 Minuspunkte

            - Aufsetzen in Feld 3                                 =  2 Minuspunkte

            - Aufsetzen in Feld 4                                 =  4 Minuspunkte

            - Landung außerhalb der markierten Felder     =  6 Minuspunkte

 

            * Die Trennlinien zählen zum nächsten Feld

            * Als Merkmal für die Bewertung gilt der Sporn

            * Eine Radlandung wird als Aufsetzen hinter der folgenden Linie gewertet

           

 



(Beispiel:     Radlandung in Feld 4 = Landung außerhalb = 6 Punkte. Oder

                        Radlandung in Feld 1 = Landung außerhalb = 6 Punkte.

                                               Zusätzlich Abzüge für mangelhafte Landeausführung).



Den Wertungsrichtern bleibt es vorbehalten, bei krassen Landefehlern die volle Fehlerpunktzahl zu vergeben, selbst wenn die Landung im ersten Feld erfolgt sein sollte!

 

            - Richtungsfehler beim Ausrollen

            - Auf die Kufe drücken, Flügel hängen lassen ohne Seitenwind

            - Richtungsfehler beim Landeanflug

            - Landeeinteilung

            Nach jedem Durchgang 'rotieren' die Wertungsrichter um eine Position.

 

 


D  Kreiswechselflug                                                 Max. Minuspunkte 10

 

Diese Übung besteht aus mindestens je einem Vollkreis rechts und links mit einer Querneigung nicht unter 30 0. Nach Beendigung des ersten Kreises soll ohne Geradeausfluganteil kontinuierlich der Gegenkreis eingeleitet werden (zur Erinnerung: ein Kreis hat 360 0).

 

            - Unterschiedliche Querneigung

            - Ungleichmäßige Drehbewegung

            - Überziehen des Segelflugzeuges

            - Aufbäumen beim Kurvenwechsel und Ende

            - Schieben / Schmieren

            - Zu spätes / frühes Beenden

 


E  Kreisflug nach Schnellflug                               Max. Minuspunkte 10

 

Hier sollen die Teilnehmer unter Beweis stellen, dass sie ein Segelflugzeug koordiniert um alle drei Achsen bewegen können.

Das Segelflugzeug ist aus dem Schnellflug (je nach Muster ca. 130 - 160 km/h) heraus gefühlvoll in eine Steigfluglage von etwa 30 0 zu steuern. Das Einleiten der Kurve soll noch in der Steiglage kontinuierlich in einen stationären Kreisflug mit einer Querneigung von mindestens 30 0 überleiten. Bei ausreichender Höhe ist die Übung sowohl rechts- als auch linksherum zu fliegen.

 

            - Abfangbogen zu klein (heftiges, abruptes Knüppelziehen)

             - Steigflug zu steil / flach (ca. 30)

            - Fahrt beim Einkreisen zu gering geworden / Sackfluggefahr

            - Unterschiedliche Querneigungen für Rechts- und Linkskreise

            - Richtungsfehler (kein Vollkreis)

 

 

 F  Rollübung                                              Max. Minuspunkte 10

 

Hier soll der Teilnehmer zeigen, dass er in der Lage ist, zu jedem Querruderausschlag einen abgestimmten und gleichsinnigen Seitenruderausschlag auszuführen.

Der  Teilnehmer fliegt auf die Jury zu und leitet eine Rollbewegung durch einen Querruderausschlag ein, bis eine Querneigung von ca. 20°-30° erreicht ist. Die jetzt auftretende Drehung um die Hochachse ("negatives Wendemoment") ist durch einen entsprechenden Seitenruderausschlag zu stoppen.

Die Rollübung ist abwechselnd nach rechts und links auszuführen. Die Ausrichtung auf die Jury ist zu beachten.

 

Wichtig: Eine "missglückte" Rollübung soll nicht fortgesetzt, sondern aus der Normalfluglage erneut begonnen werden.



 

G  Kurzfragetest                                        Max. Minuspunkte 25

 

Im Kurzfragentest können bis zu 5 Fragen aus dem Bereich der theoretischen und praktischen Ausbildung gestellt werden.

 

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